Da mein ach so geliebtes Montagsauto mal wieder lauthals nach
einem verlängertem Werkstattaufenthalt gerufen hat, bekam ich
die Gelegenheit die ersten Sonnenstrahlen 2004 in dem Astra G
Cabrio Werkstattersatzwagen des Autohauses zu genießen. Während
dieses Tages wurde eine Wegstrecke von 270 km zurückgelegt,
wovon nur 20km im geschlossen Zustand bewältigt wurden.
Ausstattung:
Der Wagen verfügte über eine offensichtliche Cabrio –
Standartausstattung bestehend aus erstaunlicherweise bereits
recht strapazierten beigen Leder mit Sitzheizung, elektrisches
Verdeck/Fensterheber, Nebelscheinwerfer, Radio CD (500), 16“
Leichtmetallfelgen und einem Windschott.
Antrieb:
Wie schon im Vectra C verfügt das Aggregat auch hier über eine
ausgeprägte Anfahrschwäche die durch einen eingeschalteten
Klimakompressor weiter verstärkt wird. Im Drehzahlbereich bis
ca. 3.500 1/min ist die Leistungsentfaltung eher als moderat
anzusehen, darüber wirkt der Motor jedoch deutlich agiler.
Anders als bei früheren 1.8 16V wie zum Beispiel im Vectra B
dreht dieser Motor jedoch bereitwillig bis zum Drehzahlbegrenzer
und wirkt dabei keineswegs zugeschnürt. Die zum Cruisen durchaus
angemessenen Fahrleistungen erkauft sich der Wagen durch eine
sehr kurze Getriebeübersetzung, was zwar Elastizitätswerte
verbessern mag, aber leider auch das Geräuschniveau weiter
anhebt. Meiner Meinung nach stellt dieser Motor trotzdem das
absolute Minimum im Cabrio dar, da man die um 110kg erhöhte
Leermasse gegenüber dem Coupe doch recht deutlich im Alltag
spürt. Der Testverbrauch bei überwiegend forcierter Fahrweise
(Verdeck offen) lag bei 10,4 l/100km und geht damit sicherlich
in Ordnung. Im Alltag dürfte sich auch Vieles deutlich unter der
10 l/100km Marke abspielen.
Fahrwerk/Karosse:
Kurzum – Cabriotypisch sehr heftige Verwindungen bei schlechter
Wegstrecke oder forcierter Fahrweise sind zu bemängeln. Die
Steifigkeit ist bei anderen Fabrikaten subjektiv deutlich höher,
was sich auch im Kapitel Störgeräusche niederschlägt. Die
Quietsch- und Klappergeräusche selbst bei normalem
Fahrbahnzustand – man hat den Eindruck das Fahrzeug hat ein
gewisses Eigenleben – mag der eine als Charakterzug des Wagens
empfinden, für mich jedoch ist es ein wirklich störender Aspekt.
Weiterhin gilt es eine sehr schlecht regelnde Traktionskontrolle
(zu frühes und vor allem zu heftiges Eingreifen beim
Leistungsuntersteuern) zu bemängeln. Im Gegensatz zu vielen
anderen Opelfahrzeugen ist die Antriebsschlupfregelung im Cabrio
leider nicht abschaltbar. Das Platzangebot hingegen ist für
einen Wagen dieser Klasse als sehr gut zu bezeichnen – hinten
können für kurze Ausflüge in der Tat auch Erwachsene einmal
Platz nehmen. Selbst die Verwirbelungen und der Fahrtwind sind
auch bei heruntergelassenen Fenstern und ohne Windschott
durchaus erträglich (200 km/h offen ist für Hartgesottene
durchaus möglich), einzig die Geräuschkulisse nimmt dann
verständlicherweise nahezu „krasse“ Ausmaße an! Windgeräusche
sind jedoch auch bei geschlossenem Verdeck immer präsent und
störend, auch hier scheint es einen technischen Vorsprung bei
anderen Herstellern zu geben.
Fahrleistungen:
Für sportliche Fahrweise ist der Wagen absolut untermotorisiert
und vor allem nicht verwindungssteif genug. Zum Cruisen jedoch
sind der vibrationsarme und kultivierte Motor sowie die
Karosserie sehr gut geeignet. Selbst mit geöffnetem Verdeck und
heruntergelassenen Fenstern erreicht man die eingetragene
Höchstgeschwindigkeit laut Tacho trotz eines
Luftwiderstandsbeiwerts wie eine Schrankwand – wenn auch sehr
schleppend.
Fazit:
Wer ein 4-Sitziges Cabrio zum Cruisen benötigt wird hier perfekt
bedient. Das vollautomatische Verdeck (auch per Fernbedienung
steuerbar) ist in dieser Klasse der absolute Clou. Wer mag kann
bequem von der Eisdiele aus das Verdeck vor Fahrtantritt schon
mal öffnen, einfach klasse!
Mängel im Testbetrieb:
Bei den Beschleunigungstests kam die Service Lampe!